Über die Weinstube "Zum Fuhrmann"

Ein guter Tropfen Wein fordert ein besonderes Ambiente, die Atmosphäre sollte etwa so sein wie in der Weinstube Fuhrmann in Endersbach. Malerisch gelegen zwischen Rathaus und Kelter, dürfte sich hier sogar der Weingeist wohl fühlen.

Vor langer Zeit, als die ehemalige Scheune noch Stallungen beherbergte, könnten durchaus Pferde in Massen abgefertigt worden sein. Heute freilich strahlt der Ort Individualität und Stil aus. Seit das Ehepaar Waltraud und Manfred Bauer vor 13 Jahren das ehemalige Fuhrmannshaus zur Weinstube umbaute, ist dort der Kunde König. Gemütlicher kann man sein Viertele kaum zu sich nehmen.

Geschichte und guter Geschmack

Neben einem hohen Maß an Gastlichkeit bietet das Weinlokal seinen Gästen auch ein Stück Geschichte. Der Lauf der Jahrhunderte steckt in jeder Ritze, jedem Balken.

Einst gehörte das Gebäude Waltraud Bauers Vater, einem Fuhrmann, dessen Beruf dem Lokal seinen Namen gab. Und Leute mit Sinn für Tradition kennen ja nichts Schöneres, als an geschichtsträchtigem Ort zu weilen und nostalgischen Gedanken nachzuhängen. Das heißt aber nicht, dass Wirt und Gäste "von gestern" wären. Beim "Fuhrmann" verkehrt jedermann, vom Prominenten (etwa den Kabarettisten Bruno Jonas oder Helen Vita) bis zum Mann von nebenan.

Bezug zur Kunst

Über zwei Etagen erstrecken sich die Gasträume, die von einem rustikalen Dielenboden getragen, von robusten Holzbalken geschützt, mit einer wunderschönen alten Holztreppe verbunden sind. Und in jedem Zimmer zeigen alte Uhren aus Holz an, was die Stunde geschlagen hat. Eine Besonderheit der Weinstube, die zum Stil ihrer Wirte passt: der Bezug zur bildenden Kunst. An den Wänden hängen Bilder mit moderner Malerei, Stiche von Kandinsky und Originale der Endersbacherin Daniela Auch.

Ein Weinlokal als Ausstellungsraum - Manfred Bauer hat die Idee ständig ausgebaut und wird auch künftig daran festhalten.

Feiern und Festlichkeiten

Das Dachstüble im Fuhrmann bietet 25 Personen Platz und eignet sich besonders für Festivitäten aller Art. Hochzeits- oder Jubiläumsgäste fühlen sich dort ungestört. Insgesamt ist für 45 Gäste Platz im Lokal. Und ein großer Teil davon sind Stammgäste, die neben der Atmosphäre vor allem auf zweierlei schwören: auf die regionalen Weine aus der Remstalkellerei oder von lokalen Selbstvermarktern - und auf die Kochkünste des Wirtes. Manfred Bauer hat sich auf die gutbürgerliche, regional geprägte Küche spezialisiert. Seine sauren Nierle oder das Hirschkalbsgulasch festigen seit langem des Küchenmeisters guten Ruf. Je nach Saison werden Pfifferlinge oder Spargel, Erdbeeren oder Kirschen favorisiert.